Biologische Vielfalt auf Acker und Teller
Warum sie uns alle betrifft – jeden Tag

Stand: 04/02/2026
Tomaten sind nicht nur rot und rund. Es gibt sie klein, groß, gestreift, gelb oder sogar fast schwarz. Viele Menschen entdecken diese Vielfalt gerade neu – im Supermarkt, auf dem Wochenmarkt oder im eigenen Garten.
Aber weltweit geht die biologische Vielfalt zurück. Warum das für uns alle Folgen hat und was wir tun können, zeigt dieser Beitrag.


Was bedeutet biologische Vielfalt?

Biologische Vielfalt – auch Biodiversität genannt – beschreibt die Vielfalt des Lebens auf der Erde. Dazu gehören:
  • verschiedene Lebensräume (z. B. Wiesen, Wälder, Äcker)
  • die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten
  • die Unterschiede innerhalb einer Art (z. B. verschiedene Apfelsorten)
Weltweit werden etwa 6.000 Pflanzenarten für die Ernährung angebaut. Doch 66 % der gesamten Ernte kommen von nur neun Arten. Drei davon – Weizen, Reis und Mais – liefern mehr als die Hälfte der pflanzlichen Nahrungsmittel für den Menschen.
Wenn nur wenige Arten genutzt werden, steigt das Risiko für Ernteausfälle und Versorgungskrisen. Eine größere Vielfalt macht Ernährungssysteme widerstandsfähiger. Sie sorgt dafür, dass Pflanzen und Tiere besser mit Veränderungen umgehen können – zum Beispiel mit dem Klimawandel oder neuen Krankheiten.


Die Vielfalt im Angebot täuscht oft

Supermärkte bieten heute eine große Auswahl an Lebensmitteln – das ganze Jahr über. Das wirkt wie Vielfalt. Tatsächlich basiert dieses Angebot aber häufig auf wenigen, stark verbreiteten Sorten, globalen Lieferketten und einheitlich verarbeiteten Rohstoffen. Das bedeutet: Die echte Vielfalt auf dem Acker nimmt ab, auch wenn die Auswahl im Laden groß erscheint.
Viele Kinder wissen heute nicht mehr, wann Obst und Gemüse Saison haben oder wie unterschiedlich Lebensmittel schmecken können. Dabei bringt echte Vielfalt viele Vorteile. Kitas, Schulen und Familien können hier gemeinsam ansetzen und Vielfalt im Alltag erlebbar machen.


Was wird bereits getan?

Ein wichtiger Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt war die UN Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020. In diesem Zeitraum wurden zahlreiche Projekte unterstützt, die den Schutz von Arten, Lebensräumen und traditionellen Nutzpflanzen fördern. Schulen und Kitas haben beispielsweise spezielle Aktionswochen durchgeführt, in denen alte Obst- und Gemüsesorten erlebbar gemacht wurden, um Kinder und Jugendliche für Vielfalt und nachhaltige Ernährung zu sensibilisieren. Informationen und Beispiele zu aktuellen Projekten finden Sie beim Bundesamt für Naturschutz:
Projektsteckbriefe, im Internet unter bfn.de (Zugriff 31.03.2026)

Darauf aufbauend gibt es die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030, mit der die Bundesregierung den Schutz und die Förderung der biologischen Vielfalt weiter vorantreibt. Informationen dazu finden Sie auf der Seite des Bundesumweltministeriums:
Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt, im Internet unter bundesministerium.de (Zugriff 31.03.21026)


Was können wir konkret tun?

Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Fragen Sie als Verbraucherin oder Verbraucher gezielt nach saisonalen und regionalen Produkten, speziellen Obst- und Gemüsesorten, nach Fleisch, Wurst und Käse regionaltypischer Rassen. Oder verlangen Sie nach alten Obst- und Gemüsesorten für den Anbau im eigenen Garten. Gerade „alte“ Sorten werden heute zum Teil wieder entdeckt und als Spezialitäten vermarktet.

„Erhalten durch Aufessen“ - schmecken Sie die Vielfalt unserer Landwirtschaft. Wenn Sie vielfältig essen und einkaufen, unterstützen Sie den Erhalt verschiedener Pflanzen und Tiere, eine nachhaltige Landwirtschaft und eine sichere Ernährung in der Zukunft. Was wir essen, entscheidet mit darüber, wie unsere Landwirtschaft morgen aussieht. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag
Erhalten durch Aufessen - Bedrohte Tierrassen retten

In Kitas und Schulen geht es vor allem darum, Vielfalt im Speiseplan erlebbar zu machen. Dazu gehören zum Beispiel abwechslungsreiche Mahlzeiten mit verschiedenen Getreide-, Gemüse- und Obstarten sowie die Sichtbarmachung von Saison und Herkunft der Lebensmittel. Zudem eignet sich Ernährung als Lernfeld, um Kinder und Jugendliche für biologische Vielfalt zu sensibilisieren.
Wie das in der Praxis funktionieren kann, zeigt das Forschungsprojekt BiTe (Biodiversität über den Tellerrand). Hier finden Sie praxisnahe Handlungsempfehlungen für Kitas, Schulen oder Betriebskantinen, sowie Materialien, die den Zusammenhang zwischen Ernährung und biologischer Vielfalt anschaulich erklären:
BiTe - Biodiversität über den Tellerrand, im Internet unter bite-projekt.com (Zugriff 31.03.2026)

Darüber hinaus fördern verschiedene Initiativen wie zum Beispiel die „Arche des Geschmacks“ von Slow Food Deutschland den Erhalt der biologischen Vielfalt. Sie sammeln traditionelle und gefährdete Sorten und Produkte, machen sie bekannt und fördern ihr Weiterbestehen, zum Beispiel alte Apfelsorten oder regionaltypische Spezialitäten:
Essen, was man retten will: Das Slow-Food-Projekt „Arche des Geschmacks“, im Internet unter slowfood.de (Zugriff 31.03.2026)

Ein weiteres Beispiel dafür, wie biologische Vielfalt im Alltag erlebbar wird, sind Bildungsprojekte rund ums Gärtnern. Programme wie „AckerRacker“ und „Ackerhelden machen Schule“ bringen Kinder direkt mit dem Anbau von Gemüse in Kontakt – zum Beispiel in Hochbeeten auf dem Kita- oder Schulgelände. Dabei lernen sie praxisnah, wie Lebensmittel entstehen, erleben ökologische Zusammenhänge und entwickeln ein Verständnis für biologische Vielfalt und nachhaltige Ernährung.
Informationen:
AckerRacker, im Internet unter acker.co (Zugriff 31.03.2026)
Ackerhelden machen Schule, im Intenret unter ackerheldenmachenschule.de (Zugriff 31.03.2026)


Quellen und weiterführende Informationen

Die Datei(en) wird/werden zum Download angeboten. Bitte beachten Sie, dass Sie zum Öffnen von Dateien ein entsprechendes Programm benötigen. Bei PDF Dateien z.B. den Acrobat Reader, den Sie kostenlos herunterladen und installieren können. Für doc(x), xls(x) und ppt(x) Dateien benötigen Sie das entsprechende MS Office Produkt oder ein vergleichbares Werkzeug wie z.B. LibreOffice oder SoftMaker Office.

Die Download-Geschwindigkeit ist abhängig von der Geschwindigkeit Ihres Internetzugangs. Bei sehr großen Dateien und langsamen Übertragungsgeschwindigkeiten geht es schneller, wenn Sie die Datei zunächst auf ihrem Rechner speichern (rechte Maustaste auf dem Link drücken und Ziel speichern unter auswählen) und dann erst öffnen.

Claudia.Drzensla@dlr.rlp.de     www.fze.rlp.de/ernaehrungsberatung