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Erkältungen, Hausmittel und Ernährung
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Hausmittel und Ernährung bei Erkältungen. Honig, hochdosierte Zink- oder Vitamin-C-Präparate oder doch die gute alte Hühnersuppe? Was hilft wirklich – und was sagt die Wissenschaft? Was man über Erkältungen und Hausmittel wissen sollte Erkältungen werden meist durch Viren verursacht. Eine medikamentöse Behandlung zielt vor allem darauf ab, Symptome zu lindern und den Körper bei der Genesung zu unterstützen. Viele Menschen greifen dabei auch auf Hausmittel und bestimmte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel zurück. Die wissenschaftliche Datenlage zu Hausmitteln ist insgesamt begrenzt. Viele Empfehlungen beruhen auf traditioneller Erfahrung. Wenn Hausmittel guttun, gut vertragen werden und nicht schaden, spricht in der Regel nichts gegen ihre Anwendung – eine Vorbeugung oder „Heilung“ der Erkältung ist jedoch nicht zu erwarten. Wichtig ist: Keine wissenschaftliche Evidenz bedeutet nicht automatisch, dass etwas wirkungslos ist – oft ist die Studienlage dazu begrenzt. Mythos vs. Fakt - Erkältungen & Hausmittel Vitamin C ist wichtig für viele Körperfunktionen. Dennoch gilt: Vitamin C verhindert Erkältungen bei gesunden Menschen nicht zuverlässig. Eine vorbeugende Einnahme kann Erkältungen minimal verkürzen oder etwas abmildern – der Effekt ist jedoch gering. Eine Einnahme erst bei Krankheitsbeginn bringt keinen klaren Nutzen. Fazit: Vitamin C ist sinnvoll im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung, aber kein Erkältungswundermittel. Der tägliche Vitamin-C-Bedarf liegt bei etwa 100 mg pro Tag. Die gute Nachricht: Diese Menge lässt sich problemlos über Lebensmittel erreichen. Vitamin-C-reiche Lebensmittel (Auswahl): Paprika Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl Fenchel, Spinat, Feldsalat Zitrusfrüchte Erdbeeren, Kiwi Schwarze Johannisbeeren Kartoffeln (bei üblichen Portionsgrößen relevant) Bereits eine halbe Paprika oder eine Portion Kartoffeln deckt einen großen Teil des Tagesbedarfs. Wer regelmäßig Obst und Gemüse isst, ist in der Regel ausreichend mit Vitamin C versorgt – Nahrungsergänzungsmittel sind meist überflüssig. Wichtig zu wissen: Vitamin C ist hitzeempfindlich. Daher sollte bei der Zubereitung einer „heißen Zitrone“ der Zitronensaft (und ggf. Honig) in kaltes Wasser gegeben und schonend auf Trinktemperatur (max. 40 °C) erwärmt werden. Das bekannte Hausmittel sollte also eher „lauwarm“ getrunken werden als zu heiß. Schonende Zubereitung von Speisen (kurze Garzeiten, wenig Wasser) hilft, Verluste gering zu halten. Lesetipp: Vitamin C gegen Erkältung – Mythos oder Wahrheit? Das Spurenelement Zink spielt eine zentrale Rolle im Immunsystem. Ein Mangel kann die Infektanfälligkeit erhöhen. Gleichzeitig gilt: Mehr ist nicht automatisch besser. Was ist belegt? Ein bestehender Zinkmangel kann die Abwehr schwächen. Zinkpräparate können bei Erwachsenen die Dauer einer Erkältung leicht verkürzen (im Schnitt um etwa 1–2 Tage). Die dafür eingesetzten Dosierungen liegen oft deutlich über der empfohlenen Zufuhr. Zur Vorbeugung von Erkältungen ist Zink nicht zuverlässig wirksam. Risiken: Zu hohe Zinkmengen können Übelkeit, Verdauungsbeschwerden und langfristig Störungen der Blutbildung verursachen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt, dauerhaft nicht mehr als 25 mg Zink pro Tag aus allen Quellen aufzunehmen. Zink sollte daher nicht vorsorglich oder routinemäßig, sondern nur bei begründetem Bedarf eingenommen werden. Eine ausgewogene Mischkost liefert normalerweise ausreichend Zink – zusätzliche Präparate sind meist nicht notwendig. Ein Mangel ist selten in Deutschland. Zinkreiche Lebensmittel sind zum Beispiel: Fleisch (besonders Rind, Schwein) Milchprodukte (Käse) Eier Nüsse und Samen (z. B. Kürbiskerne) Vollkornprodukte Hülsenfrüchte Gut zu wissen: Pflanzliche Zinkquellen enthalten oft Phytate, die die Zinkaufnahme im Darm vermindern können. Eine abwechslungsreiche Kost gleicht das in der Regel aus. Lesetipp: Zink - Manager des Stoffwechsels Vitamin D wird häufig als „Immunschutz-Vitamin“ beworben und besonders in den Wintermonaten zur Vorbeugung von Erkältungen empfohlen. Tatsächlich spielt Vitamin D eine Rolle für ein normal funktionierendes Immunsystem – die Erwartungen an einen direkten Erkältungsschutz sind jedoch oft zu hoch. Was sagt die Wissenschaft? Vitamin D ist wichtig für die Regulation des Immunsystems. Niedrige Vitamin-D-Spiegel werden mit einer erhöhten Anfälligkeit für Atemwegsinfekte in Verbindung gebracht. Studien zeigen jedoch: Vitamin D verhindert Erkältungen nicht zuverlässig und wirkt nicht antiviral. Eine vorbeugende Wirkung ist vor allem dann zu erwarten, wenn zuvor ein deutlicher Vitamin-D-Mangel bestand. Bei Menschen mit normalem Vitamin-D-Status konnte kein klarer Nutzen einer zusätzlichen Einnahme gezeigt werden. Wann kann eine Vitamin-D-Einnahme sinnvoll sein? Der Körper bildet Vitamin D überwiegend selbst über die Sonneneinstrahlung auf die Haut. In den Wintermonaten reicht die Sonnenstrahlung in unseren Breiten jedoch oft nicht aus. Lebensmittel tragen nur begrenzt zur Versorgung bei, sodass sich der Bedarf über die Ernährung allein nicht vollständig decken lässt. Eine zusätzliche Vitamin-D-Zufuhr kann erwogen werden, wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte zutreffen: Ärztlich festgestellter Vitamin-D-Mangel Kaum Aufenthalt im Freien (z. B. Pflegebedürftigkeit, Immobilität) Sehr geringe Sonnenexposition (z. B. stark bedeckende Kleidung) Höheres Lebensalter Bestimmte Erkrankungen oder Medikamente, die den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinflussen Fazit: Vitamin D ist wichtig für die allgemeine Gesundheit und das Immunsystem. Eine zusätzliche Einnahme kann bei einem Mangel sinnvoll sein, ist aber kein Schutzschild gegen Erkältungen. Eine Supplementierung sollte idealerweise ärztlich abgeklärt und an den individuellen Bedarf angepasst werden. Nicht sinnvoll ist eine Einnahme in Eigenregie dauerhaft hoch dosiert, denn: mehr Vitamin D bedeutet nicht automatisch mehr Schutz. Lesetipp: Vitamin D – das „Sonnen-Vitamin“ Video: Vitamin D: Das Sonnenvitamin im Faktencheck Honig gehört zu den ältesten und häufig angewendeten Hausmitteln bei Erkältungen, insbesondere bei Halsschmerzen und Hustenreiz. Studien zeigen: Honig kann akuten Husten bei Kindern lindern, insbesondere nachts. Er kann Hustenreiz verringern und den Schlaf verbessern. Nebenwirkungen treten nicht häufiger auf als bei Vergleichsgruppen. Wichtig: Kinder unter 1 Jahr dürfen keinen Honig verzehren (Risiko für Säuglingsbotulismus). Außerdem ist eine gute Zahnhygiene wichtig, da Honig reichlich Zucker enthält. Honig kann ausprobiert werden – vor allem bei trockenem Reizhusten. Bei Erwachsenen ist das bislang jedoch nicht besonders gut untersucht. Der häufig beworbene Manuka-Honig zeigt zwar antibakterielle Effekte, vor allem bei äußerlicher medizinischer Anwendung (z. B. in der Wundbehandlung), kann aber gegen Erkältungsviren nichts ausrichten. Übrigens: Nach der wissenschaftlichen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) sind die wichtigsten Mittel bei Husten: Ruhe und Geduld - denn Husten dauert. Wenn der Husten jedoch länger als acht Wochen anhält oder Symptome wie Fieber (länger als drei Tage oder wiederkehrend), Luftnot oder Herzrasen dazu kommen, sollte es ärztlich abgeklärt werden. Selbst zubereitete Hühnersuppe ist ein klassisches Erkältungsgericht. Mögliche Vorteile: warm, leicht verdaulich liefert Flüssigkeit, Energie und Nährstoffe (Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe) kann das Wohlbefinden steigern Wärme kann die Nasenatmung erleichtern Es gibt Hinweise auf eine lindernde Wirkung auf die Symptome, aber keinen Beleg dafür, dass Hühnersuppe die Erkältung verkürzt oder heilt. Dazu zählen z. B.: Kräutertees Zwiebelsaft Ingwer Knoblauch scharfe Speisen Für diese Maßnahmen gibt es keine überzeugenden wissenschaftlichen Beweise. Viele empfinden sie jedoch als wohltuend. Solange sie gut vertragen werden, können sie zur subjektiven Linderung beitragen. Der wirksamste Schutz vor Erkältungen ist laut Studienlage regelmäßiges Händewaschen. Es reduziert die Übertragung von Erkältungsviren deutlich und ist zudem einfach, günstig und sehr effektiv. Zusammenfassung Regelmäßiges Händewaschen ist die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung von Erkältungen. Hausmittel können Symptome lindern. Vor allem Ruhe, Wärme, und ausreichende Flüssigkeitszufuhr tragen zum Wohlbefinden bei. Honig hat die beste wissenschaftliche Grundlage zur Linderung der Symptome bei Husten (tabu für Kinder unter 1 Jahr!). Die zusätzliche Einnahme von Vitamin C und Zink schützt nicht zuverlässig vor Erkältungen. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist wichtig, eine zusätzliche Einnahme ist jedoch nur bei bestehendem Mangel sinnvoll. Hühnersuppe kann wohltuend sein und trägt zur Flüssigkeitszufuhr bei, wirkt aber nicht heilend. Insgesamt gilt: Zur Vorbeugung und Linderung von Erkältungssymptomen ist eine ausgewogene Ernährung, die den Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen deckt, kombiniert mit Ruhe, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und Händehygiene entscheidend. Wie Sie Ihr Immunsystem stärken und welche Vitamine und Spurenelemente dafür besonders wichtig sind, lesen Sie hier: Immunsystem stärken - Fit durch den Winter Quellen und weiterführende Informationen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (Hrsg.): Erkältung (Stand: 31.10.2023), im Internet unter gesundheitsinformation.de (letzter Zugriff 06.02.2026) Stiftung Gesundheitswissen (Hrsg.): Hausmittel bei Erkältungen (Stand: 20.10.2022), im Internet unter stiftung-gesundheitswissen.de (letzter Zugriff 06.02.2026) O Oduwole, EE Udoh, A Oyo-Ita, MM Meremikwu: Honey for acute cough in children. Cochrane Database of Systematic Reviews 2018, Issue 4. Art. No.: CD007094. DOI: 10.1002/14651858.CD007094.pub5. Accessed 19 January 2026 Claudia Christof: Hühnersuppe bei Erkältung (Stand: 03.10.2017), im Internet unter medizin-transparent.de (letzter Zugriff 06.02.2026) Bernd Kerschner: Vitamin C beinahe nutzlos gegen Erkältungen (Stand: 31.10.2023), im Internet unter medizin-transparent.de (letzter Zugriff 06.02.2026) Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) (Hrsg.): Hilft heiße Zitrone bei Erkältung? (Stand: 05.01.2022), im Internet unter bzfe.de (letzter zugriff 06.02.2026) Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V.(DEGAM) (Hrsg.): Leitlinie Nr. 14 Halsschmerzen [online] 2020, im Internet unter degam.de (letzter Zugriff 06.02.2026) Jana Meixner: Erkältung verkürzen: vielleicht mit Zink (Stand: 07.11.2024), im Internet unter medizin-transparent.de (letzter Zugriff 06.02.2026) Verbraucherzentrale NRW e. V. (Hrsg.): Mehr Zink bei Erkältungen? (Stand: 29.07.2025), im Internet unter klartext-nahrungsergaenzung.de (letzter Zugriff 06.02.2026) Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention e. V. (FET) (Hrsg.): Vitamin D: Für Knochen, Herz und die Stimmung (Stand: 29.07.2025), im Internet unter fet-ev.eu (letzter Zugriff 06.02.2026)
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